
1926: Em Jeisi Migger sy Guggemusig. Am Fasnachtsdienstag 1926 trat die von Emil (Migger) Jeisi im selben Jahr gegründete Guggenmusik erstmals auf.
Der Fasnachtsdienstag war in den 20-er Jahren ein Arbeitstag, lediglich am Nachmittag fanden Kindermaskenbälle statt. Zwar existierten bereits einige Guggenmusiken, doch verschwanden diese alle bis Ende der 30-er Jahre. Damals war am Fasnachtsdienstag das Trommeln und Pfeiffen auf den Strassen nicht erlaubt. Die Jeisi-Migger Guggemusig spielten daher meist abends in Kneipen und Restaurants. Diese Tradition wurde auch bis Ende 50-er Jahre beibehalten. Erst mit der Freigabe des Fasnachts-Dienstags wurden auch die Jeisi-Migger auf den Strassen aktiv.
Gründer und Dirigent Migger (Emil) Jeisi: Seit 1919 bei den Alte Stainlemer, Pfeiferchef (1926-1934, 1945), 1.5.1943 Ehrenmitglied der Alte Stainlemer, Wirt im Restaurant Thorsteinen (an der Heuwaage), dann im Restaurant Schnabel bis Okt. 1949, ab 1950 Besitzer und Wirt der «Express Bar» (die heutige Schluggstube), Gerbergässlein 28. Verstorben am 4.3.1953
Spezielle Erscheinungsform der Gugge

Eindrücklich war Migger Jeisi’s Erscheinung: als Dirigent in Frack und Zylinder, mit Bart und Brille (keine Larve!) sowie einem Dirigentenstock (ev. inspiriert von der Plakette 1926?). Dahinter folgten die Spieler in Charivari. Viele seiner «Guggenmusiker» waren Mitglieder der Alten Stainlemer, die am Fasnachtsmontag und -Mittwoch in der Clique trommelten und pfiffen und denen die Pause am Fasnachtsdienstag viel zu lange war. Daher blieben auch alle späteren Auftritte der Jeisi-Migger Guggenmusik stets auf den Fasnachts-Dienstag beschränkt.
Instrumente: Alte, verbeulte Instrumente,, die an Originalität nicht zu überbieten waren. So verwendete der Tambour «Gwäggi» (Karl Breitenstein) einmal einen alten Elektroboiler mit Stahlrohr-Abzweigung und Holzteller als 14 kg schweres Schlagzeug, ein anderes Mal einen Blech-Nachttopf (Kinderschyssyhääfeli)*). Auch Akkordeon und Bassgeige sind auf den alten Fotos zu entdecken. (*) gekürzter Auszug aus dem Buch: 75 Joor Alti Stainlemer, 1987)
- Mitglieder (unvollständig):
- Ruedi Demenga (Alti Stainlemer, Instrument ?, Glasermeister)
- Lucien Schmidlin sen. (Alti Stainlemer, Instrument ?)
- Karl Breitenstein, genannt «Gwäggi» (Alti Stainlemer, Tambour, 1929 Fussballer in der CH-Nationalmannschaft)
- Fritz Kaufmann*) (Alti Stainlemer, Posaune)
*) «Walze», später «glai Nazi» genannt. Der Name spielte auf seine Körpergrösse an: «Dr glai Nazi» (Untertitel «d’Kinderbylag vo dr Nazi-Zyttig») war eine mittwochs publizierte Beilage für Kinder der damaligen National-Zeitung. Sie erschien zum ersten Mal 1926. - Sowie Teilnahme der Mitglieder des Orchester Lani Giro (Anagramm von «Original»). Mitglieder sind heute weitgehend unbekannt.
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